E-Commerce Retourenquote Tabelle: Durchschnittliche Rücksendequoten von Fashion bis Elektronik 2026

Retouren gehören zu den größten Kosten- und Logistikthemen im E-Commerce. Während bestimmte Produktgruppen nur selten zurückgeschickt werden, ist die Rücksendequote bei Mode besonders hoch. Größenprobleme, Passform, Farbabweichungen und die Möglichkeit, mehrere Varianten zur Auswahl zu bestellen, beeinflussen das Retourenverhalten erheblich.

Für 2026 zeigen aktuelle Marktdaten deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Warengruppen. Eine aktuelle ECDB-Auswertung weist für Fashion eine durchschnittliche Retourenquote von 19,14 Prozent aus. Elektronik liegt mit 9,04 Prozent deutlich darunter.

Retourenquote im E-Commerce 2026 im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die von ECDB für verschiedene E-Commerce-Kategorien ausgewiesenen durchschnittlichen Rücksendequoten:

Produktkategorie Retourenquote 2026 Einordnung
Fashion 19,14 % Sehr hoch
DIY & Heimwerken 9,40 % Mittel
Elektronik 9,04 % Mittel
Lebensmittel & Grocery 6,66 % Eher niedrig
Pflegeprodukte 5,57 % Niedrig
Möbel & Homeware 5,18 % Niedrig
Hobby & Freizeit 4,51 % Niedrig

Die Werte zeigen, dass Fashion eine deutlich höhere Rücksendequote aufweist als die übrigen untersuchten Kategorien. Die Unterschiede lassen sich unter anderem durch die Frage erklären, wie gut sich Produkte vor dem Kauf online beurteilen lassen.

Fashion: Die höchste Retourenquote

Modeartikel führen beim Thema Retouren deutlich. Innerhalb der Fashion-Kategorie lag die von ECDB ausgewiesene Quote für Bekleidung bei 24,22 Prozent. Schuhe kamen auf 16,00 Prozent und Taschen sowie Accessoires auf 12,91 Prozent.

Ein wesentlicher Grund ist die fehlende Möglichkeit, Passform und Tragegefühl vor dem Kauf sicher zu beurteilen. Hinzu kommen unterschiedliche Größensysteme und Schnitte verschiedener Marken.

Auch aktuelle Untersuchungen von Deloitte bestätigen die besondere Bedeutung von Retouren im Fashion-E-Commerce. In einer 2026 veröffentlichten Untersuchung nannten zwei Drittel der befragten Konsumentinnen und Konsumenten eine nicht passende Größe als wichtigen Grund für die Rücksendung von Modeartikeln.

Elektronik: Rund 9 Prozent Retouren

Bei Elektronik fällt die Retourenquote deutlich geringer aus. ECDB weist für 2026 eine durchschnittliche Quote von 9,04 Prozent aus.

Auch eine aktuelle EHI-Händlerbefragung zeigt, dass Elektronikhändler überwiegend mit vergleichsweise niedrigen Rücksendequoten arbeiten. 85,7 Prozent der befragten Elektronikhändler gaben an, Retourenquoten von bis zu 10 Prozent zu haben. Die übrigen Händler lagen laut EHI bei maximal 35 Prozent.

Elektronikprodukte haben dabei einen wichtigen Vorteil: Technische Eigenschaften lassen sich häufig anhand von Datenblättern, Produktbeschreibungen und Testberichten vergleichen. Die Unsicherheit über die Passform fällt dagegen weg.

DIY und Heimwerken

DIY-Produkte kommen laut ECDB auf eine durchschnittliche Retourenquote von 9,40 Prozent und liegen damit knapp über Elektronik.

Bei Werkzeugen, Baumaterialien und Heimwerkerprodukten können allerdings andere Faktoren eine Rücksendung auslösen. Dazu gehören falsche Abmessungen, inkompatible Komponenten, falsche technische Spezifikationen oder eine Abweichung zwischen erwarteter und tatsächlicher Produktgröße.

Für Händler sind deshalb detaillierte technische Angaben, Maßtabellen und Kompatibilitätsinformationen wichtige Instrumente zur Vermeidung unnötiger Retouren.

Lebensmittel und Grocery

Lebensmittel weisen mit 6,66 Prozent eine vergleichsweise niedrige Retourenquote auf.

Das liegt auch an den Besonderheiten dieser Produktgruppe. Viele Lebensmittel werden nicht auf Grundlage von Passform oder Aussehen ausgewählt. Gleichzeitig sind Rückgaben bei verderblichen Waren deutlich komplizierter als bei langlebigen Produkten.

Für den E-Commerce spielen deshalb Lieferqualität, Frische und korrekte Zusammenstellung der Bestellung eine besonders wichtige Rolle.

Pflegeprodukte und Kosmetik

Pflegeprodukte erreichen in der aktuellen ECDB-Auswertung eine Retourenquote von 5,57 Prozent. Damit gehören sie zu den Produktgruppen mit vergleichsweise wenigen Rücksendungen.

Allerdings können Produktbeschreibung, Inhaltsstoffe und individuelle Erwartungen auch hier eine Rolle spielen. Händler können Retouren beispielsweise durch ausführliche Produktinformationen, Anwendungshinweise und transparente Angaben zu Inhaltsstoffen reduzieren.

Möbel und Homeware

Möbel und Homeware erreichen laut ECDB eine durchschnittliche Retourenquote von 5,18 Prozent.

Bei Möbeln können die tatsächlichen Rücksendequoten einzelner Händler allerdings deutlich voneinander abweichen. Größe, Farbe, Material, Montageaufwand und die Frage, ob ein Möbelstück tatsächlich in den vorgesehenen Raum passt, beeinflussen die Kaufentscheidung.

Besonders hilfreich sind deshalb exakte Maße, Fotos aus verschiedenen Perspektiven, Materialinformationen und digitale Raumplanungs- oder Visualisierungsmöglichkeiten.

Hobby und Freizeit mit niedrigerer Retourenquote

Hobby- und Freizeitartikel bilden in der ECDB-Auswertung mit 4,51 Prozent das untere Ende der untersuchten Kategorien.

Viele Produkte dieser Gruppe sind relativ standardisiert. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Sport-, Freizeit- oder Hobbyartikel, deren Eigenschaften sich anhand technischer Angaben vergleichsweise gut einschätzen lassen.

Dennoch können auch hier falsche Größen, inkompatibles Zubehör oder Qualitätsabweichungen zu Rücksendungen führen.

Warum unterscheiden sich Retourenquoten so stark?

Die Retourenquote hängt nicht allein von der Produktkategorie ab. Mehrere Faktoren spielen zusammen:

Einflussfaktor Wirkung auf Retouren
Passform und Größe Sehr hoher Einfluss, besonders bei Fashion
Produktbeschreibung Gute Informationen können Fehlkäufe reduzieren
Produktbilder Mehr Perspektiven schaffen höhere Kaufsicherheit
Preis Höhere Preise können die Erwartungshaltung erhöhen
Kostenloser Rückversand Kann die Hemmschwelle für Retouren senken
Produktstandardisierung Standardisierte Produkte sind oft leichter einzuschätzen
Lieferqualität Beschädigte oder falsche Waren führen zu Retouren
Bewertungen Erfahrungsberichte können Fehlkäufe vermeiden
Größenberatung Besonders relevant für Mode und Schuhe
Produktkompatibilität Wichtig bei Elektronik, Werkzeug und Zubehör

Retourenquote ist nicht gleich Retourenquote

Beim Vergleich von Statistiken sollte genau geprüft werden, was mit „Retourenquote“ gemeint ist. Eine Rücksendequote kann sich beispielsweise auf Bestellungen, Artikel oder Pakete beziehen.

Auch Händlerbefragungen sind nicht automatisch mit Marktdaten vergleichbar. Das EHI weist beispielsweise darauf hin, dass seine aktuelle Untersuchung auf einer Onlinebefragung von 124 Onlinehändlern in der DACH-Region basiert und nicht als vollständige Marktstatistik zu verstehen ist.

Eine Studie von Bitkom ermittelte dagegen 2024 bei deutschen Online-Shoppern einen durchschnittlichen Anteil von 11 Prozent zurückgesendeter Onlinekäufe. Das ist eine Verbraucherbefragung und deshalb ebenfalls nicht unmittelbar mit einer Händler- oder Transaktionsstatistik gleichzusetzen.

Häufigste Gründe für Online-Retouren

Bei deutschen Online-Shoppern gehört die falsche Größe zu den wichtigsten Retourengründen. In der Bitkom-Erhebung von 2024 nannten 67 Prozent der Befragten eine nicht passende Größe als Grund für Rücksendungen. 56 Prozent verwiesen auf fehlerhafte oder beschädigte Produkte und 50 Prozent darauf, dass ihnen ein Produkt nicht gefallen habe.

Damit wird deutlich, dass Retouren nicht ausschließlich durch mangelnde Produktqualität entstehen. Ein großer Teil hängt mit einer Differenz zwischen den Erwartungen vor dem Kauf und der tatsächlichen Wahrnehmung des Produkts nach der Lieferung zusammen.

Wie können Onlinehändler die Retourenquote senken?

Eine niedrigere Retourenquote beginnt bereits auf der Produktseite. Präzise Größenangaben, realistische Produktbilder, technische Daten, Materialinformationen und verständliche Beschreibungen können die Kaufentscheidung verbessern.

Bei Fashion gewinnen zusätzlich digitale Größen- und Passformlösungen an Bedeutung. Bitkom beschreibt 2026 KI-gestützte Größenberatung als einen wichtigen Ansatz, um Unsicherheiten bei Größe und Passform zu reduzieren.

Auch der Rückgabeprozess selbst sollte möglichst transparent gestaltet sein. Eine Bitkom-Befragung aus 2025 zeigte, dass 49 Prozent der Online-Shopper schon einmal ein Produkt behalten haben, weil ihnen der Rückgabeprozess zu kompliziert erschien.

Kosten der Retouren

Retouren verursachen nicht nur Versandkosten. Händler müssen die Ware annehmen, prüfen, gegebenenfalls reinigen oder reparieren, neu verpacken und wieder einlagern. Je nach Produkt kann außerdem ein Wertverlust entstehen.

Das EHI berichtet, dass mehr als die Hälfte der befragten Händler Bearbeitungskosten von bis zu 10 Euro pro retourniertem Artikel angibt.

Bei Fashion können die wirtschaftlichen Auswirkungen besonders hoch sein, weil eine Retoure den Wiederverkaufswert reduzieren kann oder saisonale Ware nach längerer Bearbeitungszeit schwieriger zu verkaufen ist.

Fazit: Retourenquote 2026 nach Produktkategorie

Die Retourenquote unterscheidet sich im E-Commerce 2026 erheblich nach Produktgruppe. Fashion liegt mit 19,14 Prozent deutlich an der Spitze der von ECDB ausgewiesenen Kategorien. Elektronik kommt auf 9,04 Prozent, während Hobby und Freizeit mit 4,51 Prozent deutlich niedriger liegen.

Für Händler bedeutet dies, dass eine einheitliche Retourenstrategie nicht für alle Sortimente gleichermaßen geeignet ist. Bei Mode stehen Größenberatung und Passform im Mittelpunkt, bei Elektronik sind technische Daten und Kompatibilität entscheidend. Bei Möbeln können genaue Maße und Visualisierungen helfen, während bei standardisierten Hobbyartikeln vor allem Produktinformationen und Bewertungen relevant sind.

Die Retourenquote bleibt damit eine wichtige Kennzahl für den E-Commerce. Sie sollte jedoch immer zusammen mit Produktkategorie, Bestellwert, Wiederverkaufsfähigkeit, Retourenkosten und dem konkreten Geschäftsmodell betrachtet werden.

Quellen und weiterführende Informationen